Rechtliche Möglichkeiten

Modell der Entsendung

Bei der Entsendung wird eine Betreuungskraft, die in einem Unternehmen in einem Mitgliedstaat der EU angestellt ist, auf dessen Anweisung nach Deutschland geschickt, um für eine Familie tätig zu werden.

Für eine legale Entsendung müssen die Rechtsvorschriften des Entsendelandes weiterhin eingehalten werden. Darüber hinaus unterliegt die Betreuungskraft den geltenden deutschen Normen des Arbeitsschutzes, sodass beispielsweise Höchstarbeitszeit, Mindesturlaubszeiten und Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz den deutschen Maßstäben entsprechen müssen.

Weitere Voraussetzungen einer legalen Entsendung sind, dass:

  • das Arbeitsverhältnis zwischen Betreuungskraft und ausländischem Arbeitgeber während des gesamten Arbeitszeitraums fortbesteht
  • das Weisungsrecht demzufolge weiterhin dem ausländischen Arbeitgeber obliegt und nicht der Familie, in der sich die Betreuungskraft befindet
  • der ausländische Arbeitgeber vor der Entsendung bei der zuständigen Sozialversicherung einen Entsendeausweis beantragt (EU-Formular A1) – dieser Ausweis ist ein Nachweis dafür, dass der Arbeitgeber im Heimatland Sozialversicherungsbeiträge für die Betreuungskraft abführt
  • die Betreuungskraft den Entsendeausweis im Original mit sich führt und der Familie bzw. dem deutschen Zoll auf Wunsch vorgelegt werden kann

Tipps für Sie als Familie

  • lesen Sie die Verträge mit dem Entsendeunternehmen sorgfältig durch
  • lassen Sie sich eine Kopie des Entsendeausweises geben
  • sprechen Sie die auszuführenden Tätigkeiten und Weisungen mit der Agentur ab

Modell Direkteinstellung

Rechte und Pflichten eines Arbeitgebers

  • volle Verantwortungsübernahme für Arbeitnehmer/ Betreuungskraft
  • Weisungsrecht
  • Anleitung/Anlernen der zu übernehmenden Tätigkeiten
  • Lohnfortzahlung (Entlohnung bestimmt sich durch Tarifvertrag oder einzelvertragliche Vereinbarung)
  • Abführung von Lohn-, Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen
  • Meldung des Arbeitnehmers bei Renten-, Kranken-, Arbeitslosenversicherung sowie Berufsgenossenschaft (jährlich) und regelmäßige Bezahlung der Beiträge (für Berechnung ist AG verantwortlich)
  • Sozialversicherungsbeiträge ½ AG, ½ AN (vom Lohn einbehalten)
  • Prämie der Berufsgenossenschaft übernimmt AG komplett
  • Lohnsteuer vom Lohn einbehalten und an Finanzamt abgeführt
  • Entgeltfortzahlung bei Krankheit und Urlaub, Kur- und Heilverfahren
  • Mindesturlaub beträgt 24 Werktage pro Jahr
  • Beschäftigungspflicht (der Arbeitnehmer hat Anspruch auf vertragsgemäße Beschäftigung, den er u. U. auf dem Klageweg geltend machen kann)
  • Pflicht zum Schutz von Leben und Gesundheit des Arbeitnehmers
  • Pflicht zum Schutz von Persönlichkeitsrechten des Arbeitnehmers
  • Pflicht zur Gleichbehandlung
  • Pflicht zum Schutz vor sexueller Belästigung
  • Pflicht zur Urlaubsgewährung
  • Fürsorgepflicht

Modell Gewerbe

Alle Absprachen und Tätigkeiten werden zwischen der Familie und Betreuungskraft direkt geregelt. Die Familie ist Auftraggeber und die Betreuungskraft ist Auftragnehmer. Die Betreuungskraft muss ein deutsches Gewerbe sowie deutsche Krankenversicherung besitzen. Darüber hinaus muss die Bereuungskraft beim Einwohneramt rechtlich gemeldet werden. Zur sozialen Absicherung sollten die Betreuungskräfte eine private Rentenversicherung in Erwägung ziehen.

Es müssen folgende Merkmale vorliegen, ansonsten besteht die Gefahr der Scheinselbstständigkeit:

  • unternehmerische Entscheidungsfreiheit
  • Auftreten als Selbstständiger
  • keine persönliche Abhängigkeit vom Auftraggeber und keine Weisungsgebundenheit
  • keine Tätigkeit auf Dauer für lediglich einen Auftraggeber


Hinweis: Nähere Information erhalten Sie gerne in einer Beratung oder bei der zuständigen Zollbehörde. Bitte beachten Sie, dass wir keine Rechtsberatung durchführen und unsere Auskünfte nur unverbindlich erteilt werden können.